Spontanität, Schlagfertigkeit, Kreativität – Sind das Ihre Kompetenzen?

Nur sechs Prozent der Befragten der Umfrage „Typologie der Wünsche“ beantworteten die Aussage „Ich glaube, ich bin kreativer als andere“ mit „trifft voll und ganz zu“. Unser Selbstbewusstsein präsentiert sich schnell und elegant wenn es um Fertigkeiten und Wissen geht. Aber beim Thema Kreativität wird es oft von einer unerwarteten Linken niedergestreckt.

Dabei ist es nur ein kleiner Augenblick grammatikalischen Zwielichts, der uns in die Knie zwingt.

So suggeriert der Gebrauch von Verben eine dazugehörige Tätigkeit. Ich kann schwimmen oder töpfern, aber „kreativ sein“ ist eben keine Tätigkeit wie Schwimmen oder Töpfern. Um das Adjektiv „kreativ“ zu verstehen, bedarf es einer genaueren Bestimmung und diese kann so vielfältig wie unser Leben sein. Da wir diese Vielfalt nicht überschauen können, befällt uns oft eine diffuse Defizitangst: „Wenn ich nicht sicher weiß, dass ich es beherrsche, kann ich es vermutlich nicht.“ Dabei sind wir vielfach sehr kreativ!

Lauschen Sie nur, warum Menschen im Zug gerade keine gültige Fahrkarte haben. Oder denken Sie mal an Ihre Steuererklärung! Wir sind kreativ und nicht erst seit Joseph Beuys ausrief, der Mensch sei ein Künstler, da, wo sich seine Fähigkeiten entfalten.

 

Typologie der Wünsche

Foto: ARTFULLY PHOTOGRAPHER