Veränderung braucht Zeit! Eine Raupe erlebt z.B.  fünf Häutungen, bevor Sie sich in einen Kokon hüllt und schließlich ein Schmetterling wird. Sie lebt in Phasen. Doch schauen wir in unsere Gegenwart, fragen die wenigsten nach Phasen. Es macht auf mich eher den Eindruck, dass alle nur nach Schmetterlingen schreien. Wer gibt Mitarbeitern, Führungskräften und Menschen im Ehrenamt schon die Zeit, sich zu entfalten? Wer versteht die Gegenwart als Metamorphose zwischen Gestern und Morgen?

Der Schmetterling braucht circa zwei Stunden um Blut in die Adern seiner Flügel zu pumpen und sie dadurch aufzuspannen. Dieser Prozess ist der bewegte Höhepunkt und das sichtbare Ende einer dreiwöchigen Metamorphose. Die eigentliche Veränderung bleibt dabei im Verborgenen. Sie geschieht in mikroskopisch kleinen Schritten und in einer Zeit der Ruhe.

Ich glaube, dass es bei uns Menschen ähnlich ist! Damit wir uns entfalten können, brauchen wir Zeit. Zeit, um die nächsten Schritte vollziehen zu können. Werner Kieser schrieb in einer Note zum Thema Nachfolgeregelung in Familienunternehmen im Wir-Magazin: „Alles braucht seine Zeit und wer einer Schmetterlingsraupe hilft, sich aus ihrem Kokon zu ziehen, verurteilt sie zum Tode.“

Vielleicht ist diese Bild etwas stark, aber es macht klar, dass ein Schmetterling sich nur erfolgreich entfalten kann, wenn er alle Phasen der Metamorphose in seiner Zeit durchlaufen kann. In welchem Lebensbereich stecken Sie gerade in einer Metamorphose? In welchem Bereich werden Sie sich bald entfalten? Wo stehen Sie am Anfang und wo am Ende der Transformation?

 

Bild: StevenRussellSmithPhotos