Dass es nach über 120 Jahren Sportgeschichte immer noch

Raum für Innovation gibt, zeigt der Olympiasieger Ryan Lochte. Schwimmen zu trainieren heißt traditionell: Technik optimieren und Kraft trainieren. Eigentlich ist das, was Lochte macht, nicht neu!  Neu ist, dass er die Technik einer anderen Disziplin in seine Freistiltechnik integriert.  Der Unterwasser-Beinschlag gehört zur Technik beim Rückenschwimmen. Für Außenstehende und selbst für Schwimmer wirkt diese Neuerung vielleicht banal, aber warum hat es dann noch niemand vor ihm so gemacht? Immerhin gewinnt er eine Sekunde Zeitvorsprung. Lochtes Innovation ist so einfach – und gerade deshalb sprengt sie unsere Vorstellungskraft.

Tausende Schwimmer trainieren täglich, manche sogar mit Videounterstützung. Doch sie verlieren den Blick auf das Ganze: Sie schauen auf ihr Training wie mit einer Lupe, im Fokus immer die Details. Wo gibt es noch etwas zu verbessern? Und sie finden immer etwas, das sie optimieren können: die Streckung des Arms, die Torsion in der Wirbelsäule …

Optimierung hat jedoch ein Problem: Wirklich Gutes kann nur noch wenig optimiert werden. Optimierung ist quasi per definitionem begrenzt.

Im Gegensatz dazu öffnet Innovation neue Türen. Dazu müssen allerdings die ausgetrampelten Pfade der Gewohnheit verlassen werden! Es gilt unbekannte Wege zu gehen und die Scheuklappen abzulegen. Suchen Sie nach Inspiration! Beschäftigen Sie sich mit anderen Disziplinen! Frei nach Wolfgang Ulrich – „Inspiration zum Zwecke einer Evidenzexplosion“ – dann sind innovative Ideen so naheliegend wie der Rückenbeinschlag nach der Wende beim Freistil.

Buchtipp: Der kreative Mensch

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