Top-Spieler, Top-Trainer, Top-Trainingsbedingungen: Solch exzellente Rahmenbedingungen wünscht sich jedes Unternehmen. Einzig Bayern München kann seine Rolle als Marktführer nicht halten. Sie erleiden derzeit eine Niederlage nach der anderen.

Warum eigentlich – bei solch idealen Voraussetzungen?

Das eigentliche Problem sind Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und ihr Management. Wenn sie die Schuldigen für schwache Leistungen bei Presse und Berichterstattung suchen, und selbst Artikel 1 des Grundgesetzes bemühen, dann handelt es sich schlicht um ein solides Defizit in Sachen Führungskompetenz. Wer auf solch brachiale Weise die Fehler bei den anderen, ja sogar außerhalb der eigenen Organisation sucht, und sich selber nur als Opfer stilisiert, dem fehlt es an Haltung.

Fußball ist ein Teamsport, das heißt, zusammen – und intuitiv – im Geiste einer Vision zu spielen, sich zu kennen. Teamspiel heißt, miteinander gemeinsame Haltungen zu entwickeln, Konflikte auszutragen und gemeinsam um die richtige Strategie für das nächste Spiel zu ringen.
Nicht nur die isländische Nationalmannschaft hat in der Vergangenheit gezeigt, dass der Teamgeist einer Mannschaft die Top-Skills der gegnerischen Spieler blass aussehen lässt.

Im Team zu spielen bedeutet, eine Kultur des Dialogs zu leben. Wer Teamspiel erwartet, der braucht als Voraussetzung ein Klima von Vertrauen, Offenheit und Respekt.

Wie sollen die Top-Spieler von Bayern München ihre Fähigkeiten entfalten, wenn Uli Hoeneß und sein Management ein Klima von „die sind doof, wir sind gut – BASTA!“ verbreiten? Das Signal des Managements ist eindeutig: Kritisiert uns nicht!

Was als Aufruf an die Presse gemeint war, entfaltet nach innen eine katastrophale Wirkung: Das Schweigen der Spieler zur Pressekonferenz vom 19.10.2018 sagt mehr als tausend Worte, geredet wird nur noch hinter vorgehaltener Hand. Jeder, der Kritik äußert, ist gefangen im Gedankenkäfig, ob die Kritik angemessen ist, oder nicht. Spieler, die einen freien Kopf brauchen, um Top-Leistungen zu bringen, stolpern so über gedankliche Hürden, die ihnen ihr eigenes Management vor die Füße legt.

Fazit: Es ist die Aufgabe des Managements, ein Klima des Vertrauens, der Offenheit und des Respekts zu schaffen.

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